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ToggleWie es begann:
Ich erinnere mich noch an diesen Tag, als wäre es gestern gewesen. Ich kam von der Arbeit und wollte mir etwas zum Esssen zubereiten. Ich ging in die Hocke, um aus einem der unteren Schränke einen Topf zu nehmen.
Von einer zur nächsten Sekunde verspürte ich einen starken Schmerz im Bereich der Hoden. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich mir nichts dabei. Vielmehr war mein Gedankengang: Aua, durch die enge Jeans-Hose (was seinerzeit modern war) habe ich mir den Hoden eingeklemmt. Ich nahm zwei Schmerztabletten und ging davon aus, dass die Schmerzen über Nacht weggingen.
Ich war weiter damit beschäftigt, mir mein Essen zuzubereiten. Meine damalige Partnerin war mit ihrem Sohn für ein paar Tage verreist. Sie hatte mir noch einen Zettel auf den Küchentisch gelegt, dass sie in diesen Tagen nicht gestört werden möchte.
Arztbesuch beim Urologen
Am nächsten Tag waren die Schmerzen nicht oder kaum noch zu ertragen. Da niemand zugegen war, fuhr ich selber mit dem Wagen zum nächstgelegenen Urologen. Ich dachte weiterhin an eine Hodenquetschung. Er bat mich direkt ins Behandlungszimmer. Nachdem ich ihm von den Geschehnissen erzählt hatte, bat er mich, mich „frei zu machen“ und auf der Untersuchungsliege Platz zu nehmen.
Da ist etwas, was da nicht hin gehört
Was folgte, war eine Ultraschalluntersuchung meiner Hoden. Auch tastete er sie ab. Allerding konnte er noch nichts feststellen. Ich beobachtete, wie er anfing, den Unterbauch mit dem Ultraschallgerät zu untersuchen. Hierbei wurde sein Gesichtsausdruck sehr ernst und seine Augen weiteten sich zunehmend. Er sagte zu mir: „Herr Stendel, da ist etwas in Ihrem Unterbach, was dort nicht hin gehört!“ Ich werde Sie direkt an das naheliegende Krankenhaus überweisen!“ Er gab mir keine weitere Erklärung.
Krankenhausaufenthalt
Die Diagnose
Nach knapp zwei Wochen lagen die Ergebnisse vor: Ich hatte mehrere, bösartige Tumore in mir. Ich fragte den Arzt, was dieses bedeuten würde. Daraufhin sagte er mir, dass es zwei Möglichkeiten gäbe: Entweder man schafft es, den Krebs zu besiegen, oder in zwei Wochen sei alles vorbei.
In mir drehte sich alles. Ich mußte mich setzen. Der Satz traf mich vollends. Ich fragte den Arzt, was ich nun tun solle. Er entgegnete mir sehr sachlich, dass es besser wäre, wenn ich meine Papiere erledigen würde. Einer der Tumore war nur zwei Millimieter von der Schlagader entfernt und war dabei, sich um siese zu legen. Dieses dürfe nicht passieren.
Was noch passierte
Ich kam zu der Entscheidung, mich von meiner Partnerin zu trennen. Ich ertrug ihre krankhafte Eifersucht nicht mehr. Ebenso war ihr Kontrollwahn mehr als alles, was ich zu diesem Zeitpunkt noch erleben wollte. Ich wollte mich auf meine Genesung konzentrieren. Ich hatte noch einen Weg vor mir, den ich gehen wollte